kein schlaf bis satan

Heute war ich auf dem Gesundheitsamt und machte einen HIV-Test.

Ich muß sagen, das war mir einigermaßen unangenehm. Ich bin ja nun nicht Mr. Stecher of da town – von daher hätte ich nie gedacht, daß es mal so weit kommen würde. Aber zugeben zu müssen, daß man unvorsichtig war, wo doch jedes Kind weiß….das ist doof – wenn auch jedem den ich danach fragte schon passiert. Und darüber hinaus noch zugeben zu müssen, daß man eigentlich ein ziemlich großer Hypochonder ist und unlogische Angstvorstellungen hat, die an Paranoia grenzen – auch nicht besser.

Als ich den Bereich „Anonyme Aidsberatung“ im Frankfurter Gesundheitsamt betrat, wurde mir nach Mitteilen des Kennworts (das machen die da so, damit es auch wirklich anonym ist) ein Formular in die Hand gedrückt, das ich ausfüllen sollte. Die meisten Fragen waren durch ein Kreuz bei „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten.

Haben Sie in den letzten Wochen/Monaten mehrmals einen HIV-Antikörpertest durchführen lassen?

Wenn Ja, wieso?

Hatten Sie wissentlich sexuellen Kontakt zu einem HIV-positiven Menschen?

Hatten Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr?

Sind Sie im sexuellen Gewerbe tätig?

Haben Sie Kontakt zu drogenabhängigen Menschen?

Hatten Sie Geschlechtsverkehr mit drogenabhängigen Menschen?

Hatten Sie innerhalb der letzten 12 Wochen ungeschützten Geschlechtsverkehr?

Bitte kreuzen Sie an ob Sie heterosexuell, homosexuell oder bisexuell sind.

Sind sie ein unvorsichtiger perverser Idiot gewesen, der mit zwei Bekannten sadomasochistisches Zeug gemacht hat und dabei eine Flüssigkeit getrunken hat, von der er es für möglich hält, daß sie Urin einer der Anwesenden enthielt – was jedoch Ausdruck Ihrer persönlichen Paranoia ist, da beide Anwesenden Ihnen bestätigt haben, daß es sich NICHT um Urin handelte?

Die Ärztin war allerdings sehr nett. „Haben Sie noch irgendwelche Fragen an mich, oder geht es Ihnen nur um den Test?“
„Finden Sie es empfehlenswert, Urin von promiskuitiven Frauen zu trinken?“ fragte ich NICHT.

„Na gut, wir müssen nicht reden.“ Danke.

Kurz vorher hatte mich ein englischsprechende Passant am Willy-Brandt-Platz gefragt, wie er denn am besten auf die Zeil komme. Er zeigte mir die Zeil auf seinem Stadtplan und wusste sogar, wo er sich selbst befand. Where´s the problem, homie? Naja, ich bin ja immer froh, wenn ich so tun darf als könne ich Englisch reden. Ich sah auf den Plan und wies ihn erst an, mit der Straßenbahn zum Römer zu fahren und dann hochzulaufen, dann wies ich ihn an, schräg bis zur Hauptwache hochzulaufen. „Can I use the tram“ Nein, Mann, die fährt zum Römer, dann musste von da aus hochlaufen zur Zeil („you have to walk up“ <- heisst „hochlaufen“ in diesem Sinne denn „to walk up“?), das kommt aufs gleiche raus.
Als mir einfiel, daß es ja am Willy-Brandt-Platz drei U-Bahnlinen gibt, die geschätzte 15 Sekunden bis Hauptwache benötigen war er schon weg. Hach, ich bin so hilfsbereit.

Meine neue CD ist fast fertig. Ich kann mich nur nicht für einen Titel entscheiden. Ich finde „Für Satan und Vaterland!“ am besten, aber meine Mitbewohnerin meint, das würde wirken, als sei ich ein nationalistischer Satanist…ihr wisst schon: NORSK ARISK BLAK METAL AAAAAARRRRR!
Dann gibts noch „aus Frankfurt mit Liebe“, was gut passen würde, da nur Geschrubbe auf die CD kommt. Die Idee „jenseits des Ereignishorizonts“ finde ich zu poetisch. Poesie mein Arsch. „Für Satan und Vaterland und deine Mudda!“ wär auch gut, oder?

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1 Antwort auf „kein schlaf bis satan“


  1. 1 der m. aus m. 22. Oktober 2007 um 14:48 Uhr

    titel der CD: ´
    giesemann zeigt´s euch

    wäre doch gut, oder?

    martin

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